Wort-Bilder 8

„nichts ist so silber wie der mond
tut so gelassen
nur weil niemand in ihm wohnt
all unsre wege kennt er schon
glaubt alles zu wissen
und sitzt hoch auf seinem thron
komm doch mal runter
und schau dich hier um
die vornehme blässe
kommt hier nicht an
wir kämpfen und lernen
halten aus
wir lieben und sterben
denn das macht uns aus
du stehst dort am himmel kalt und klar
doch nur unsre sehnsucht
macht dich zum großen star
stimmen und geräusche ungezählt
ich atme diese straßen
ihre schweren düfte ein
niemand hat sich seinen platz gewählt
doch ich möchte nirgendwo woanders sein
nichts ist so silber wie der mond
tut so gelassen
nur weil niemand in ihm wohnt
all unsre wege kennt er schon
glaubt alles zu wissen
und sitzt hoch auf seinem thron
komm doch mal runter 
du koloss aus stein
versuch mal hier unten
erhaben zu sein“




Stefan Jürgens
„Der Mond“